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03Praxiswelten
Funktion & Wohlbefinden 01 — Service
Kiefer, Schlaf& Entspannung
Funktionelle Behandlungen für Kieferbeschwerden, Schlafprobleme und einen entspannteren Praxisbesuch.
Beschwerden können über einzelne Zähne hinausreichen. Deshalb betrachtet die Praxis bei Bedarf Kiefergelenke, Muskulatur und Biss, ergänzt durch Schienentherapie und Lachgassedierung.
Wichtige Hinweise
für eine BeratungKiefer, Schlaf & Entspannung
Manuelle und instrumentelle Funktionsanalyse, individuelle Aufbiss- oder Schnarchschienen und Lachgas ergänzen das Behandlungsspektrum dort, wo Funktion und Wohlbefinden zusammengehören.
Stamatović Lösungen
CMD-Diagnostik
Funktionsanalyse untersucht Kieferbewegungen, Muskulatur, Gelenke und das Zusammenspiel des Bisses.
Beratung anfragen ↗CMD-Therapie
Individuelle Aufbissschienen und interdisziplinäre Behandlung können die Funktion von Zähnen, Muskeln und Gelenken harmonisieren.
Beratung anfragen ↗Schnarchtherapie
Eine individuell angefertigte Kunststoffschiene kann den Unterkiefer im Schlaf vorne halten und den Atemweg freier halten.
Beratung anfragen ↗Lachgassedierung
Lachgas wirkt beruhigend und angstreduzierend; Patientinnen und Patienten bleiben während der Behandlung ansprechbar.
Beratung anfragen ↗Im Detail
Gut informiert.
Persönlich beraten.
Die folgenden Informationen geben einen ersten Überblick. Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, wird nach Untersuchung und persönlicher Beratung entschieden.
CMD: mögliche Beschwerden+
Eine craniomandibuläre Dysfunktion beschreibt Störungen im Zusammenspiel von Zähnen, Kaumuskulatur und Kiefergelenken. Beschwerden können direkt am Kiefer oder an anderen Stellen auffallen. Einzelne Symptome sind nicht beweisend; sie werden im Zusammenhang mit der persönlichen Vorgeschichte untersucht.
- Schmerzen oder Müdigkeit beim Kauen
- Knacken, Reiben oder Schmerzen im Kiefergelenk
- Eingeschränkte oder asymmetrische Mundöffnung
- Verspannungen in Gesicht, Kopf, Nacken oder Schulter
- Wiederkehrende Kopfschmerzen oder ein ungewohntes Bissgefühl
- Sichtbare Abriebspuren durch Pressen oder Knirschen
CMD: mögliche Auslöser und Belastungsfaktoren+
CMD entsteht häufig durch mehrere zusammenwirkende Faktoren. Dazu können Pressen oder Knirschen, psychische Anspannung, ungünstige Zahnkontakte, Verletzungen oder dauerhafte Fehlbelastungen gehören. Gewohnheiten und Körperhaltung werden mitbetrachtet, ohne Beschwerden vorschnell allein auf den Biss zurückzuführen.
- Nächtliches oder unbewusstes Pressen und Knirschen
- Stress und dauerhaft erhöhte Muskelspannung
- Störungen der Zahnkontakte oder Veränderungen nach Zahnverlust
- Häufiges Kaugummikauen sowie Nägel- oder Stiftekauen
- Fehlhaltungen, Bauchschlaf oder einseitige Belastungsmuster
- Unfälle, Operationen oder Erkrankungen im Kieferbereich
Manuelle Funktionsdiagnostik+
Am Anfang stehen Gespräch und klinische Untersuchung. Bewegungsumfang und Verlauf des Unterkiefers werden geprüft, Kaumuskulatur und Gelenkregion abgetastet und schmerzhafte Strukturen dokumentiert. Belastungstests helfen, die wahrscheinliche Herkunft der Beschwerden einzugrenzen.
- Anamnese zu Beschwerden, Dauer, Schlaf, Stress und Gewohnheiten
- Messung von Mundöffnung sowie Vor- und Seitbewegungen
- Palpation der Kaumuskulatur und Kiefergelenke
- Prüfung von Gelenkgeräuschen und möglichen Blockaden
- Kontrolle von Zahnkontakten und sichtbaren Belastungsspuren
Instrumentelle Funktionsanalyse+
Bei komplexen Beschwerden oder umfangreicher Zahnersatzplanung kann die klinische Untersuchung erweitert werden. Modelle der Kiefer werden in einen Artikulator übertragen, Bissregistrate dokumentieren die Lagebeziehung und elektronische Verfahren können Unterkieferbewegungen aufzeichnen. Bildgebung wird nur bei entsprechender Fragestellung eingesetzt.
- Abformung oder digitaler Scan von Ober- und Unterkiefer
- Bissregistrate zur räumlichen Zuordnung der Kiefer
- Montage der Modelle in einem Artikulator
- Elektronische Aufzeichnung von Bewegungsbahnen bei Bedarf
- Gezielte Röntgen- oder weiterführende Bildgebung nach Indikation
CMD-Therapie und Zusammenarbeit+
Die Behandlung richtet sich nach den gefundenen Belastungsfaktoren. Häufig beginnt sie mit Beratung, Selbstbeobachtung und einer individuell angefertigten Aufbissschiene. Je nach Befund arbeiten Zahnmedizin, Physiotherapie, Orthopädie oder weitere Fachrichtungen zusammen.
- Aufbissschiene zur Entlastung und zum Schutz der Zähne
- Physiotherapie, manuelle Therapie und Übungen für Muskulatur und Beweglichkeit
- Veränderung belastender Gewohnheiten und bewusste Entspannungsphasen
- Kieferorthopädische Korrektur bei gesicherter Indikation
- Prothetische Rekonstruktion bei verloren gegangener Zahnsubstanz oder Bisshöhe
- Selektive Veränderung von Zahnkontakten nur nach sorgfältiger Diagnostik
Zähneknirschen bei Kindern+
Auch Kinder können zeitweise mit den Zähnen knirschen. Häufig tritt dies in Entwicklungsphasen auf und verschwindet wieder. Bei Schmerzen, deutlich abgenutzten Zähnen, Schlafproblemen oder anhaltendem starkem Knirschen sollte die Ursache untersucht werden. Eine Schiene ist bei Kindern nicht automatisch die erste Lösung.
- Zähne, Kieferentwicklung und mögliche Abriebspuren kontrollieren
- Schlaf, Atmung, Stress und Gewohnheiten in die Anamnese einbeziehen
- Behandlung nur bei Beschwerden oder relevantem Risiko
- Regelmäßige Verlaufskontrolle während Wachstum und Zahnwechsel
Schnarchen und Warnzeichen+
Schnarchgeräusche entstehen, wenn Gewebe in einem verengten oberen Atemweg während des Schlafs schwingt. Harmloses Schnarchen und eine behandlungsbedürftige Schlafatemstörung lassen sich nicht allein am Geräusch unterscheiden. Atemaussetzer, starke Tagesmüdigkeit oder morgendliche Kopfschmerzen sollten ärztlich beziehungsweise schlafmedizinisch abgeklärt werden.
- Beobachtete Atempausen oder nächtliches Luftschnappen
- Ausgeprägte Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme
- Nicht erholsamer Schlaf, morgendliche Kopfschmerzen oder Bluthochdruck
- Vor einer zahnärztlichen Schiene kann eine ärztliche Schlafdiagnostik erforderlich sein
Unterkiefer-Protrusionsschiene gegen Schnarchen+
Eine individuell angefertigte Schnarchschiene hält den Unterkiefer während des Schlafs in einer weiter vorn liegenden Position. Dadurch kann der Raum im Rachen erweitert und das Schnarchen bei geeigneten Patientinnen und Patienten reduziert werden. Passung und Vorschub werden schrittweise eingestellt und regelmäßig kontrolliert.
- Untersuchung von Zähnen, Zahnhalteapparat, Kiefergelenken und Beweglichkeit
- Individuelle Abformung oder digitaler Scan
- Schrittweise Einstellung der Unterkieferposition
- Nächtliches Tragen und tägliche Reinigung
- Kontrolle von Wirkung, Sitz, Zahnkontakten und möglichen Kieferbeschwerden
- Bei diagnostizierter Schlafapnoe nur in Abstimmung mit der behandelnden Schlafmedizin
Lachgassedierung: Ablauf und Wirkung+
Lachgas wird mit Sauerstoff gemischt und über eine Nasenmaske eingeatmet. Die Konzentration wird schrittweise an die individuelle Reaktion angepasst. Das Verfahren kann beruhigend und angstreduzierend wirken und das Schmerzempfinden vermindern. Patientinnen und Patienten atmen selbstständig und bleiben während der Behandlung ansprechbar.
- Vorherige Anamnese und Prüfung von Eignung sowie Gegenanzeigen
- Einleitung über eine angenehm sitzende Nasenmaske
- Langsame Anpassung der Lachgaskonzentration
- Zusätzliche örtliche Betäubung bleibt je nach Behandlung notwendig
- Nach Ende der Behandlung wird Sauerstoff gegeben und die Erholung kontrolliert
- Verhalten, Essen, Begleitung und Verkehrsteilnahme werden individuell vorab erklärt
- Einsatz bei Kindern nur nach alters- und situationsgerechter Beurteilung